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Preisgekrönte Schöpfungsmythen – Interview mit Lilly Ohliger

Preisgekrönte Schöpfungsmythen – Interview mit Lilly Ohliger

Lilli Ohliger verfasste eine Masterarbeit zum Thema alttestamentliche Schöpfungsmythen und deren Rezeption in ausgewählter Literatur. Die Vergleichende Literaturwissenschaft hat sich bislang wenig mit antiken Texten befasst. Die 27-jährige Absolventin des Lehramtsstudiengangs für Gymnasien konnte über philosophische und literaturwissenschaftliche Debatten um den Begriff Mythos ein Fundament schaffen, um die historisch-kritische Exegese und literaturwissenschaftliches Handwerk zueinander in Beziehung zu setzen. Dabei kam ihr zugute, dass sie die Fächer Theologie und Germanistik studiert hat. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Michaela Bauks vom Institut für evangelische Theologie an der Universität in Koblenz.
Lilli Ohliger erzählt, worum es in ihrer Masterarbeit genau geht:

Mythen ordnen, interpretieren und legitimieren ja menschliche Grunderfahrungen. Literatur kommentiert und deutet diese, und das schon seit Jahrhunderten. Ich habe diverse Werke aus verschiedenen Zeiten ausgewählt; auf ihre Art arbeiten alle an dem Mythos, der in den biblischen Schöpfungserzählungen geschrieben ist. Aber alle machen es unterschiedlich und das macht deren Untersuchung so interessant. Ein Beispiel ist Patrick Süskinds Roman „Das Parfum“: Wer würde da einen Bezug zum biblischen Schöpfungsmythos erwarten? Doch es gibt eine Szene, in der der Protagonist des Romans, Jean-Baptiste Grenouille, auf einem Berg ist und einfach Worte aus Genesis 1-3 übernimmt. Diese werden aber umgedeutet, alles wird fast schon karikiert, manchmal klingt es zynisch. Und jeder Leser weiß sofort: Aha … das steht doch so ähnlich in der Bibel. Mythen sind immer auch schon rezipierte Mythen.

Der Förderkreis Wirtschaft und Wissenschaft in der Hochschulregion Koblenz e.V. hat Ihre Arbeit mit dem Hochschulpreis 2014 ausgezeichnet. Was bedeutet dieser Preis für Sie?

Ich freue mich sehr darüber und fühle mich geehrt. Gerade schreibe ich an meiner Dissertation, in der es auch um Schöpfungsmythen geht, und der Preis zeigt mir, dass das, was ich da mache, durchaus auf Interesse stößt und es sinnvoll ist, in dieser Richtung weiter zu arbeiten.

Was werden Sie mit dem Preisgeld machen?

Zehn Prozent davon spende ich an SOS Kinderdörfer. Einen weiteren Teil habe ich für eine Reise geplant, der Rest wird gespart.

Wie bewerten Sie den Förderkreis Wirtschaft und Wissenschaft insgesamt für die Hochschulen der Region und die Region an sich?

Der Dialog zwischen den Hochschulen, der über den Förderkreis hergestellt wird, ist sicher gewinnbringend für alle. Und er macht wahrscheinlich den Studien-Standort Koblenz noch interessanter. Für mich als Geisteswissenschaftler weniger relevant, aber nicht weniger wichtig ist natürlich auch, dass Wissenschaft und Wirtschaft vernetzt sind.

 Dr. Birgit Förg, Universität Koblenz-Landau

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